Neue Bewohnerin im Weltkloster

Das Weltkloster verabschiedete sich in den letzten Wochen von zwei Mitgliedern der Weltkloster-Gemeinschaft. Sr. Canisia, die sich vor rund fünf Jahren dazu entschloss das Projekt mit ihrem Mitwirken tatkräftig zu unterstützen und Sr. Anandi, welche den weiten Weg aus Südindien hierfür antrat.

Beide waren für den Trägerverein des pluralistisch ausgerichteten Projektes eine wertvolle Bereicherung. Bereits der inner-christliche Dialog zwischen der abendländisch geprägten und der östlichen, indischen Spiritualität stellte eine spannende Erfahrung für die beiden Kreuzschwestern aus Hegne dar. Die Nonnen boten einen passenden Rahmen um Dialoggäste verschiedener Glaubensrichtungen zu empfangen und mit ihnen Erfahrungen auszutauschen. Die Yoga-Kurse, welche Schwester Anandi, vor allem als christliche Ordensschwester gab, waren ein fundierter und überzeugender Beweis für eine religionsübergreifende, für alle praktizierbare Praxis.

Dies entsprach auf wunderbare Weise der Weltkloster-Ausrichtung, Geistliche, Nonnen und Mönche, Ordinierte weltweiter spiritueller Traditionen miteinander in Verbindung zu bringen. Der Schatz klösterlicher Traditionen ist für diese Arbeit hierbei von besonderer Bedeutung, da die Anfänge des interreligiösen Dialogs maßgeblich von diesen authentisch in ihrer Tradition Praktizierenden beeinflusst und bestimmt wurden. So fördert neben verschiedenen religiösen Zentren auch das Kloster Hegne weiterhin ideell den Erfahrungs-Dialog im Weltkloster.

Nach dem vielfältigen Wirken Schwester Canisias im Projekt beschreitet diese einen neuen Weg der Innenschau; sie möchte sich in Ruhe auf ihre nächsten Lebens-Stationen in Hegne vorbereiten. Schwester Anandi fühlt sich durch die Weltkloster-Arbeit inspiriert, einen Weg des Dialoges in Indien zu beschreiten und sich mit dem Konzept des christlichen Ashram-Lebens auseinanderzusetzen.

Der Weltkloster-Ausrichtung Rechnung tragend freut sich der Trägerverein nun über den Einzug der buddhistischen Nonne Konchok Jinpa Chodron aus der Drikung Kagyu Tradition des tibetischen Buddhismus.

Auch sie versteht sich als Brückenbauerin, die speziell den Dialog zwischen Praktizierenden fördern und gestalten möchte. So hat sie in ihrer Zeit in England mehrere Jahre verschiedene Formen von Dialog-Runden in traditionsübergreifenden Gruppen, insbesondere für Sakyadhita International (Internationale Organisation buddhistischer Frauen) geleitet.

Mit regelmäßigen Kursen, wie Meditationen und buddhistischen Körperübungen wird sie das Grundlegende ihrer Tradition Besuchern und Kursteilnehmern zugänglich machen. Dabei sollen stets die Berührungspunkte zur Spiritualität anderer religiöser Wege sichtbar bleiben. Konchok Ani Jinpa wird durch ihre Präsenz die wichtige Funktion ihrer Vorgängerinnen weiterführen – durch Gastfreundschaft, kontemplatives Leben und geistigen Austausch.

Alexandra Mann M.A. Rel.Wiss.,
Vorsitzende Weltkloster Trägerverein.