Hans-Peter Dürr – Vom Greifbaren zum Unbegreiflichen

Revolutionär neue Wege der modernen Physik. Vortrag von Hans-Peter Dürr

Foto: Rolf K. Wegst

Es ist uns allen geläufig, dass wir spontan viel mehr erleben als wir begreifen können. Die meisten glauben, dass dies nur an ihrem Mangel an Wissen liegt, daran, dass sie aus Ignoranz oder Dummheit noch zu wenig begriffen, zu zaghaft Hand angelegt haben. Eine verstärkte und umfangreichere Forschung, wie sie eine Wissensgesellschaft anstrebt, müsste dieses Ungleichgewicht prinzipiell beseitigen können.

Die neuen Einsichten der modernen Physik lehren uns jedoch, dass, ähnlich wie es ein Künstler in seinen verschiedenen Ausdrucksformen erfährt, mit dem trennenden Ergreifen und genaueren Erklären, das Wesentliche – ein Dazwischen, eine Gestalt, ein reines Beziehungsgefüge – gerade zerstört werden kann, so wie auch ein Gedicht seine umfassende Bedeutung verliert, wenn wir es in seine Sätze, Worte und schließlich seine einzelnen Buchstaben zerlegen.

Wir müssen lernen, auf neue Weise zu denken und zu erkennen, warum es nicht nur um eine Summe von Bestandteilen, sondern um das unzertrennbare Ganze geht.

Der Referent

Der 1929 in Stuttgart geborene, international anerkannte Physiker und Pionier eines neuen Wirklichkeitsverständnisses in den Naturwissenschaften, Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, wirkte viele Jahre am Max-Planck Institut für Physik und Astrophysik in München, welches er später auch leitete.

Gemeinsam mit Werner Heisenberg widmete er sich 17 Jahre der Erforschung neuer Ansätze im Bereich der Quantenphysik und hatte mehrere Gastprofessuren inne, z.B. in Berkeley und Madras.

Sein starkes Interesse an innovativen Neuausrichtungen im Bereich von verantwortungsvollem Handeln in allen gesellschaftsrelevanten Bereichen veranlasste den Träger des alternativen Nobelpreises zur Gründung der Initiative Global Challenges Network.

Ein Brückenschlag erfolgt besonders auch zu Ansätzen aus dem philosophischen und religiösen Bereich; so schrieb er beispielsweise zusammen mit dem kürzlich verstorbenen und renommierten Theologen und Religionsphilosophen Raimon Panikkar das Buch Liebe – Urquell des Kosmos.

Ort

Bürgersaal im Rathaus, Marktplatz 2, 78315 Radolfzell

Kosten

Der Eintritt beträgt € 8,—, für Schülerinnen, Schüler und Studierende € 5,—