Der heilige Franziskus und seine geistigen Brüder

Br. Niklaus Kuster (oben), Krishna Premarupa (unten)

Als Veranstalter eines mehrtägigen Erfahrungsaustausches zwischen Geistlichen zweier Religionen lädt das Weltkloster zu einem öffentlichen Dialoggespräch ein.

Wandermönche in Ost und West

Der Franziskaner Br. Niklaus Kuster und Krishna Premarupa, Mönch der hinduistischen Vaisnava-Tradition diskutieren über Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Traditionen des Bettelmönchtums. Sie vergleichen das Leben des Heiligen Franziskus mit dem, traditionell indischer Wanderasketen und erörtern Fragen nach dem Stellenwert von Einsamkeit, Entsagung und tätiger Nächstenliebe.

Stehen Weltbejahung, wie sie der Heilige Franziskus durch die Ehrung der Schöpfung erlebte und der Gedanke vom Trugbild weltlicher Erscheinungen, wie er in der indischen Philosophie zu finden ist, in Beziehung zueinander?

Könnte man das Bettelmönchtum als die authentischste Form spiritueller Disziplin und Nachfolge Jesu betrachten? Welche Antworten fanden christliche Mönche, die sich bereits im 19. und 20. Jahrhundert nach Indien aufmachten, um sich auf die Suche nach dieser besonderen Form spirituellen Lebens zu begeben?

Dialogpartner

Bruder Niklaus Kuster schloss sich im Alter von 22 Jahren dem Kapuziner-Orden an. Er verbrachte vier Jahre seines Studiums in Rom, ist Franziskusforscher und promovierter Theologe. Bruder Niklaus lehrt an den Universitäten Luzern und Fribourg sowie den Ordenshochschulen in Venedig, Münster und Madrid. Er studierte Geschichte und Theologie, doktorierte in Spiritualität und begleitet Kurse und Timeouts für sozial, pädagogisch und kirchlich Tätige.

Krishna Premarupa genoss eine römisch-katholische Erziehung und schloss eine Lehre als Koch ab. Auf Asienreisen entdeckte er den Buddhismus, der ihm neue Sichtweisen eröffnete. Es waren dann aber die Lehren der Bhagavat Gita, die ihn mit dem Hinduismus in Kontakt brachten. Im Jahr 2001 entschied er sich für das Mönchsleben und wurde in Indien in die Bhakti-Yoga Tradition des Gaudiya-Vaishnavatums eingeweiht. Heute trifft man ihn im Zürcher Krishna Tempel an; entweder am Altar, wo er als Priester tätig ist, oder im Büro, wo er sich der Tempelleitung widmet. Seine innere Überzeugung zu vermitteln und zu leben, dies tut er vor allem durch Seminare, Kochkurse, Pilgerreisen und vermehrt auch durch die Teilnahme an Veranstaltungen im Bereich des interreligiösen Dialogs.

Moderation: Alexandra Mann, M.A., Religionswissenschaftlerin und Vorsitzende des Trägervereins Weltkloster

Ort

Hausherren Schule Radolfzell, Luisenplatz 2, 78315 Radolfzell

Kosten

Der Eintritt beträgt € 6,—