Sterbebegleitung – Ost und West im Dialog

Abendvortrag

Der Umgang mit Sterbenden und mit dem eigenen Tod ist eines der wichtigsten, aber auch heikelsten Themen, denen sich dennoch alle Menschen stellen müssen.

Im Himalaja, der Heimat von Dolpo Tulku Rinpoche – dem Verteter der ‚östlichen’ Perspektive – spielt der buddhistische Lama bei zahlreichen spirituellen wie praktischen Punkten eine ausschlaggebende Rolle. Hierzu gehören das gemeinsame Ordnen des Nachlasses des Sterbenden sowie die Aufarbeitung der negativen wie positiven Erlebnisse und Handlungen des Lebens. Dies beinhaltet auch ein Ritual des Bereuens, ähnlich der Beichte im Christentum. Falls der Lama zugleich Arzt ist, zählt sowohl die medizinische Versorgung wie auch die Aufklärung über den Sterbeprozess und die Anweisungen darüber, was nach dem Tod zu geschehen hat, zu seinen Aufgaben. Im Buddhismus wird davon ausgegangen, dass das Bewusstsein nach dem Tod weiter besteht und sich eine neue Form/Wiedergeburt sucht. Deshalb geht die spirituelle Begleitung über den Sterbeprozess hinaus und schließt auch den Zeitraum nach dem Tod mit ein. Im Zentrum steht, dass der Sterbende mit einem ruhigen, friedlichen Geist gehen kann.

Hierfür ist es wichtig, genau zu verstehen, was mit ihm oder ihr beim Sterben passiert, damit nicht Angst oder Verzweiflung den Prozess überschatten.

Der Psychologe und Schriftsteller Prof. Dr. Frido Mann – Vertreter der ‚westlichen’ Perspektive – versteht sich als christlichen Psychologen und möchte die relevantesten Aspekte von Tod und Sterben aus ärztlich-psychologischer Sicht aufzeigen bzw. anhand seiner Erfahrungen im Umgang mit Sterbenden, speziell in der Arbeit mit unheilbar krebskranken Kindern.

Frido Manns persönliche Erfahrungen in der medizinpsychologischen Studentenausbildung und mit Krankenhausseelsorgern sollen dabei ebenso zur Sprache kommen wie das Sterbephasenmodell der Ärztin Elisabeth Kübler-Ross. Nicht zuletzt möchte er auch seine persönliche spirituelle (interspirituelle) Auseinandersetzung mit der Frage nach dem ‚Leben danach’ anklingen lassen.

Beim Abendvortrag am 23. Juni 2017 sollen die unterschiedlichen Perspektiven im Dialog vorgestellt werden.

Das halbtägige Seminar wird dann mehr Raum bieten für die Vertiefung einzelner Themen wie auch für die Fragen der Teilnehmer.

Dialogpartner

Dolpo Tulku Rinpoche wurde im zwölften Monat des tibetischen Eisenhahn-Jahres (1982) im Dolpo Tarap/Nepal geboren. Mit zehn Jahren entschloss er sich, Mönch zu werden, und wenige Monate später erkannte ihn Dilgo Khyentse Rinpoche als dritte Reinkarnation des Dolpo Lamas Nyinchung Rinpoche.

In den folgenden sechzehn Jahren erhielt er im Namdroling Kloster in Südindien seine monastische Ausbildung unter der Leitung von Penor Rinpoche. 2006 schloss er die Klosteruniversität als einer der Besten seines Jahrgangs ab. Er ist seitdem Dozent an der Universität und hat den Rang eines Doktors der buddhistischen Philosophie erlangt. Im Westen gibt er Belehrungen, die er durch Publikationen und Engagement im interreligiösen sowie interdisziplinären Dialog anschaulich vermittelt.

Übersetzung

Daniela Hartmann, 1. Vorsitzende Dolpo Tulku e.V.,  http://www.dolpotulku.org/de/dolpo-tulku/

Prof. Dr. Frido Mann, Frido Mann, geboren 1940 in Monterey/Kalifornien, arbeitete nach dem Studium der Musik, der Katholischen Theologie (Dr. theol.) und der Psychologie zunächst als Assistent bei Karl Rahner und Johann Baptist Metz und dann viele Jahre als Professor für Klinische Psychologie in Münster, Leipzig und Prag. Er lebt heute als freier Schriftsteller in München.

Moderation

Alexandra Mann M.A., Religionswissenschaftlerin. 1. Vorsitzende Weltkloster e.V.

Ort

Klinikum Starnberg, Oßwaldstr. 1, 82319 Starnberg, Kapelle, 1. UG

Unkostenbeitrag

Spendenbasis