Weltklostertage

Verantwortung übernehmen im Angesicht der ökologischen Krise

Yesche Udo Regel

Gemäß der buddhistischen Weltsicht existiert alles in gegenseitiger Abhängigkeit. Die Lebensverhältnisse in einem Daseinsbereich sind wie sie sind, weil innere, also geistige, und äußere Faktoren in vielfältiger Weise eine so entstandene Situation bedingten. Demnach ist auch der Zustand der Umwelt ein Spiegel der Geistesinhalte und Taten (Karma) der Lebewesen, die in ihr leben. Im Buddhismus bedeutet Verantwortung übernehmen, die eigenen Geisteszustände, Absichten und Handlungen mit meditativ geschulter Achtsamkeit zu untersuchen und Entscheidungen zu treffen, die auf das Wohlergehen möglichst aller Wesen ausgerichtet sind.

„Gift für den Glauben“ – der Jordan, gestern und heute

Marion Hammerl

Der einst voluminöse Untere Jordan floss jahrtausendelang vom See Genezareth in das Tote Meer und stellte ein wichtiges Feuchtgebiet für einheimische Arten sowie für über 500 Millionen Vögel dar, die zweimal jährlich auf ihrem Vogelzug diesen schmalen Korridor entlang fliegen. Heute sind aufgrund von Wasserentnahmen des Flusses durch Israel, Jordanien und Syrien nur noch 2% des ursprünglichen Wasservolumens des Jordans übrig. Der kulturell und historisch bedeutsame Fluss im Nahen Osten droht auszutrocknen.

Bhumi-Devi – Mutter Erde

Krishna Premarupa

Die Menschheit hatte über Jahrtausende hinweg im Einklang mit der Umwelt gelebt. Der moderne Mensch aber scheint durch seinen so genannten Fortschritt ein harmonisches Zusammenleben mit der Natur verloren zu haben. Die Veden, die Jahrtausend alten indischen Sanskrit Schriften, weisen dem Menschen einen Weg, der gerade für die heutige Zeit immer wichtiger werden könnte.

Benedikts Regel und der Mut zu regenerativen Energien

Pater Christoph Gerhard

Den stärksten Einfluss auf das westliche Mönchstum hat die 1.500 Jahre alte Regel des heiligen Benedikt ausgeübt. Sie ist eine praktische Anleitung zum christlichen Leben aus dem Evangelium. Der heilige Benedikt fordert von seinen Mönchen, dass sie mit den Geräten des Alltags mit gleicher Achtsamkeit umgehen, wie mit heiligen Altargefäßen. Eines unserer wichtigsten Alltagsgeräte ist Energie. Sie erleichtert und ermöglicht erst unsere moderne Lebensweise. Die Regel Benedikts hat die Mönche von Münsterschwarzach ermutigt, mit Energie nachhaltig umzugehen und ihr Kloster auf regenerative Energien umzustellen.

Tanz: Pater Dr. Saju George SJ

Pater Dr. Saju George S.J.

Pater Saju George, Indischer Jesuit und Bharata Natyam Tänzer, tanzt Themen aus hinduistischer und christlicher Tradition. Er erhielt nicht nur eine 7-jährige Tanzausbildung in verschiedenen klassischen indischen Tanzrichtungen, sondern auch eine Ausbildung in Gesang und im Spiel der Mridangam (der südindischen Trommel) sowie in Kampfsportarten und Yoga. Den Abschluß seines Theologie-Studiums bildete im Jahr 2005 seine Promotion über die religiös-philosophischen Grundlagen des klassischen Indischen Tanzes.

Gut und Böse aus hinduistischer Sicht

Prof. Dr. Anand Nayak

Vortrag von Prof. Dr. Anand Nayak Prof. Dr. Martin Mittwede: In unserem Leben treffen wir täglich auf das Gute und das Böse und sind auch Opfer desselben. Wo aber haben das Gute und das Böse seinen Ursprung? Gibt es einen Gott, der nur gut ist und nur gute Dinge tut und eine andere böse Quelle, die nur Schlechtes tut und manchmal unser Leben quält? Der Hinduismus nähert sich diesem Problem von zwei Seiten. Einerseits geht es um die Art der Weltsicht, andererseits geht es um diejenige der Wirklichkeit, in der das Gute und das Böse nicht existieren.

Gut und Böse im Buddhismus

Dr. Karsten Schmidt

Seminar mit Dr. Karsten Schmidt, in dem wir zunächst relevante Grundzüge der buddhistischen Hauptrichtungen kennenlernen wollen, um anschließend die darauf bezogenen Verständnisweisen von Gut und Böse zu betrachten. Abschließend kann noch die Frage behandelt werden, inwieweit eine buddhistische Ethik Antworten für unsere heutige Zeit bieten kann.

Das Böse, das Leid und die Theodizeefrage im Islam

Prof. Dr. Adel Theodor Khoury

Vortrag von Prof. Dr. Adel Theodor Khoury: Wie definiert der Islam das Gute und das Böse? Wie geht er um mit dem Leid, seinen Formen und seinen Dimensionen im Leben der Menschen, und welche Folgen hat dies für die Frage nach dem Willen und der absoluten Allmacht Gottes in Bezug auf die Freiheit, das Leben und das Schicksal der Menschen?

Das Böse und die Freiheit – Herkunft und Wesen des Bösen in christlicher Sicht

Prof. Dr. Gisbert Greshake

Im christlichen Denken hat Gut und Böse seinen Platz in einem von der Freiheit (Gottes und der Menschen) bestimmten Verständnis der Schöpfung. Auf dem Hintergrund zweier Thesen wird Prof. Dr. Greshake über Wesen und Unwesen des Bösen sprechen.

Zum Wirtschaftsethos im globalen Maßstab

Dr. Leopold Ziegler

Im November 2008 jährt sich zum 50. Mal der Todestag Leopold Zieglers, eines der letzten großen Universalgelehrten des 20. Jahrhunderts von europäischem Rang. Obwohl sein bedeutendes, heute zu Unrecht weitgehend vergessenes Werk in der Hauptsache um religionsphilosophische Fragen kreist, hat sich der lange Jahrzehnte in Überlingen lebende Philosoph und Vordenker der Ökumene gesellschaftlichen Problemstellungen nie versagt.

„In God We Trust“ – Urteile und Vorurteile über das Verhältnis von Religion und Politik in den USA

Spätestens seit dem Terroranschlag auf New York und Washington wächst die Distanz zwischen Old Europe und den USA, die kriegerischen Reaktionen bleiben uns fremd und unverständlich. Auch kulturelle Gegensätze werden deutlich. Dazu gehört die suspekte Rolle der Kirchen und Religionen in politischen Prozessen. Doch während unsere Gotteshäuser leer stehen, blüht in den USA das kirchliche Leben. Was verbirgt sich hinter solcher Religiosität, die Kriege unterstützt und die Todesstrafe befürwortet? Oder ist unser USA–Bild nicht doch von vielen Klischees geprägt? Wie stark sind Staat und Kirche wirklich miteinander verflochten?

Politik, Menschenrechte und Religion

Barbara Lochbihler

In dem Maße, wie sich unter dem Dach der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Globalisierung einerseits eine Weltgemeinschaft konstituiert, andererseits sich die globale Gesellschaft wiederum regional ausdifferenziert, wird ein Wertekonsens benötigt, der über Religionsgrenzen hinausgeht. Das neue Verhältnis von Politik, Menschenrechten und Religion nach dem 11. September steht im Mittelpunkt des Vortrags von Barbara Lochbihler, Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International.

Abenteuer Menschlichkeit – Nach den Kriegen vor dem Frieden?

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Wo liegen die großen Herausforderungen für uns Europäer und Deutsche in einer Welt, in der wir immer weniger den Ton angeben? Worauf müssen wir unsere Euro-Arroganz hin reduzieren, um weiter am Frieden und der Wohlfahrt der Völker zu arbeiten? Wie können wir unseren Wohlstands-Kapitalismus so bezwingen, dass wir nicht mehr nur Unheilsbringer auf dem Globus sind? Das sind einige der Fragen, die Rupert Neudeck an diesem Abend ansprechen wird.