Schutz

am Freitag, den 26. Juni 2026, 15:00-18:00 Uhr

 

Miteinander – Füreinander – Aufeinander bezogen

„Worauf alles ankommt, ist, dass das Gespür für das Heilige nicht verloren gehen sollte.“

Father Bede Griffiths OSB Cam

Anlässlich des 10- jährigen Jubiläums unserer Kooperation mit dem Europakloster Gut Aich im Bereich des interreligiös monastischen Dialogs werden wir mehrere Tage bei den Schwestern der Benediktinerinnenabtei Frauenwörth auf der Insel Frauenchiemsee/ Chiemsee zu Gast sein und uns jenem widmen, das uns bei der äußeren und vornehmlich inneren Bewältigung vieler neuer Herausforderungen, die weltweit auf uns zukommen, mehr denn je beschäftigt:

Wie können wir einander schützen ?

Hierbei gilt es, bei unterschiedlichsten Vorstellungen von transzendenten Zugängen, geistigen Schulungsformen und -motiven aktuell vermehrt einen Fokus darauf zu lenken, was im Kern religiöse Praxis und Einordnungsprozesse und damit zusammenhängendes, ethisch orientiertes Miteinander ausmacht. Neue und erweiterte Zugänge zum Verständnis überlieferter Weisheits- und Erfahrungswerte scheinen unabdingbar – als eine, aus ihrem ureigensten Selbstverständnis heraus notwendige Ergänzung gesamtgesellschaftlicher Debatten.

Wenn sich führende Geistliche und spirituelle RepräsentantInnen aktuell im Sinne menschlicher Grundprinzipien und den Einzelnen und die Gemeinschaft schützenden Haltung durch etwa jener von Mitgefühl auf der Basis von Vertrauen und Friedfertigkeit wirksam einsetzen und wechselseitig äußern, erkennt man, welch verbindende und konstruktive Kraft in solchen Zugängen und traditionsübergreifender Interaktion liegen kann.

Ansätze hiervon finden wir in allen gesellschaftspolitisch und religiös geprägten Feldern, ungeachtet vermeintlich nationaler und durchaus auch kultureller Grenzziehungen. Priorität hierbei ist es, Heilung und Versöhnung einzuleiten und dabei auf humane, moralische Weisheit verschiedener Traditionen und globaler Modelle zurückzugreifen. In diesen Zeiten geht es vermehrt darum, sich gegenseitig in Bezug zu setzen, um ganz konkret zu erkennen, dass das Wohl des Einzelnen von jenem des Anderen abhängt und hierfür eine klare, offene und stabile Geisteshaltung vonnöten ist.

So können friedvolle und befriedende Taten in Antwort auf dieses Bewusstsein erfolgen, Heilendes aus einer entsprechenden mentalen Einstellung heraus erwachsen.

Während unserer Dialogwoche werden sich zehn RepräsentantInnen unterschiedlicher Glaubensrichtungen über Voraussetzungen wertschätzenden und schützenden Handelns, bzw. der Befähigung hierzu, austauschen.

Insbesondere Aspekte wie die Bedeutung von Spiegelung, Identität und Zugehörigkeit sollen miteinbezogen werden – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund potenzieller Gefahren aufgrund von Anfälligkeiten gegenüber extremistischen und manipulativen Tendenzen.

In der unterschiedlichen Deutung und Einordnung dieser Zugänge gilt es hilfreiche Impulse zu eigener mentaler Stärkung und Stabilisierung zu teilen und zu reflektieren.

Traditionell religiöse Bilder und Motive schützender Kräfte Im Innen und Außen, wie sie in unterschiedlichen Traditionen und Kontexten beschreiben sind, spielen ebenso eine Rolle, wie auch die Funktion von Stille und Kontemplation als Schutz- und Sammlungsraum.

In der Stille schwingt die Erfahrung des Geschützt- und Heilseins als Aspekt von Heiligkeit mit, der über das Individuum hinausreicht und in einer größeren Ordnung verankert scheint. Dies zu erkennen und zu wahren ist dringliches Anliegen Praktizierender und Gläubigen vieler religiöser Traditionen.

Alexandra Mann

Möglichkeit der Teilnahme an einer moderierten Dialogrunde mit Mönchen, Nonnen und Ordinierten unterschiedlicher Glaubenstraditionen mit anschließender Öffnung:

Freitag, den 26. Juni 2026, 15:00-18:00 Uhr, Abtei Frauenwörth, Chiemsee

Moderation: Alexandra Mann M.A., Weltkloster e.V.

Die Anmeldung richten Sie bitte an: anmeldung@europakloster.com

Konzept / Texte / Moderationen

Alexandra Mann, M.A., Religionswissenschaftlerin.
Geschäftsführung, 1.Vorsitzende Trägerverein Weltkloster e.V..

Veranstalter: Weltkloster e.V. in Kooperation mit dem Europakloster Gut Aich

Co-Sponsor: OEBK, Österreichische Bischofskonferenz.

 

Dialogpartner vor Ort

Hueseyin Haybat, BeisitzerHüseyin Haybat studierte Wirtschaftsinformatik und arbeitet heute in der Softwareentwicklung. Seit 1993 ist er Mitglied von The Foundation International Sufi Centre 1923, Den Haag, Mannheim und Schüler von Shaikh ul Mashaik Mahmood Khan, dem Neffen des indischen Sufi-Meisters und -Musikers Hazrat Inayat Khan, welcher den Sufismus Anfang des 20. Jahrhunderts im Westen bekannt machte. Hüseyin Haybat ist Lehrender innerhalb seines Ordens mit Schwerpunkt islamischer Mystik.

PD Dr. Raid Al-Daghistani studierte Philosophie in Ljubljana und Freiburg sowie Arabistik und Islamwissenschaft in Münster und Sarajevo, wo er u.a durch Prof. Rešid Hafizović mit der Praxis islamisch-sufischer Geistesschulung vertraut wurde, die ihm zur Inspiration auf seinem Lebensweg wurde. Es folgten die Veröffentlichung zahlreicher Artikel zu Themen islamischer Mystik, sowie seine Promotion (2017) und seine Habilitation (2024). Neben seinen Lehrtätigkeiten am Institut für Islamische Theologie an der Universität Paderborn wirkt er auch im Rahmen eines Projektes an der Theologischen Fakultät der Universität Ljubljana sowie als Lehrbeauftragter am Institut für Islamische Theologie und Religionspädagogik der Universität Innsbruck.

 

Sr. M. Regina Hessler OSB, Benediktinerinnenabtei Frauenwörth im Chiemsee ist seit über 20 Jahren Fokolarin in verschiedenen Fokolargemeinschaften, u.a. 12 Jahre in Italien, 9 Jahre in  Deutschland und einige Jahre in Wien.

2018 trat sie ins Kloster ein und ist dort als Gastschwester tätig. Den zentralen Zugang zum interreligiösen Dialog und den damit zusammenhängenden Dialogen innerhalb verschiedener Religionen und Weltanschauungen verdankt sie der Gründerin der Fokolar-Bewegung Chiara Lubich,  die die Begeisterung hierfür bei ihr weckte.

 

Br. Mag. Thomas Hessler OSB, Europakloster Gut Aich, Administrator des Europaklosters Gut Aich, Theologe und Mitbegründer des Klosters Gut Aich ist neben seinen vielfältigen Aufgaben im Bereich der Naturheilkunde insbesondere auf dem Gebiet gestalterischer Kunst tätig. Als Leiter der hiesigen Kunstwerkstätten wirkt er auch für externe Auftraggeber und ist  seit 1996 Inhaber eines Kunstateliers. Vieles hier vor Ort wurde von ihm gestaltet.

Daniel Kempin, Kantor des Egalitären Minjan, der Gemeinschaft liberaler Juden innerhalb der jüdischen Gemeinde Frankfurt/Main. Internationale Konzerttätigkeit und Workshops mit Jüdischen Liedern. Seit 1984 ist er im interreligiösen Dialog tätig, u.a. als Mitglied des Rates der Religionen in Frankfurt a.M. sowie als Mitgründer und Co-Leiter des Interreligiösen Chor Frankfurt.

 

Bhikshu Tenzin Peljor, Tibethaus Frankfurt, wurde im Jahr 2006 von S.H. dem Dalai Lama zum Mönch vollordiniert. Er wirkte viele Jahre als Residenzmönch und Vorstandsmitglied von Bodhicharya Deutschland in Berlin. In Italien studierte und absolvierte er das Masters Programm Buddhistischer Studien am Istituto Lama Tzong Khapa, welches der Gelug Tradition zugehörig ist. Von Tara Brach und Jack Kornfield erhielt er eine Ausbildung als zertifizierter Achtsamkeitslehrer. Für das Tibethaus Deutschland und die Pagode Phước Nghiêm ist er als Lehrer für Buddhismus und Meditation tätig. Zudem engagiert er sich sozial, z. B. im Gefängnis, gibt Vorträge, Meditationen, Fortbildungen und Studienkurse zu Buddhismus, Meditation und Achtsamkeit.“

Karma Phuntsok Tara studierte bis 1996 an der Universität Tübingen Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft und Soziologie.

Bis 2010 war sie dort und an weiteren Hochschulen in diversen Forschungsprojekten, zuletzt zum Thema tibet. Nonnen im indischen Exil – parallel in der Lehre tätig

Seit 2013 Lebensschwerpunkt in Dharamsala. 2014 ordiniert zur buddhistischen Nonne unter Tai Situa Rinpoche/Karma, Kagyü Linie. Ihr Wurzellehrer ist seit 2011 Mingyur Rinpoche; seit 2018 ist sie mit der Sravasti Abbey, dem us-amerikikanischen Kloster in tibetisch-buddhistischer Tradition unter der Leitung von Ven. Thubten Chödrön verbunden.

Christoph Truttmann (Foto Krishna Premarupa Dasa), Beisitzer

Krishna Premarupa Das, römisch-katholisch erzogen entschied sich 2001 für das Mönchsleben und wurde in Indien in die Bhakti-Yoga Tradition des Gaudiya-Vaishnavatums eingeweiht, in welcher er bisher als Priester des Krishna Tempels Zürich fungierte. Darüber hinaus absolviert er aktuell ein Studium des Bhagavat Purana in Indien, übt Lehrtätigkeiten aus, ist Gründungsmitglied des Schweizerischen Dachverbandes für Hinduismus und Vorstandsmitglied im Züricher Forum der Religionen.

Sr. Veronika Elisabeth Schmitt OCD, zunächst als Grundschullehrerin tätig, promovierte zum Dr. päd. in den Fächern Katholische Theologie und ihre Didaktik, Pädagogik und Psychologie. 1976 Eintritt in den Karmel. Seit 1992 im Karmel Heilig Blut in Dachau. Ikonenmalerin und Schriften zur Karmelspiritualität. 2024 Vorträge bei der Philosophisch Theologischen Hochschule Münster zu Klassikern der spirituellen Literatur: die Innere Burg der Teresa von Avila und die Dunkle Nacht des Johannes vom Kreuz.

Mehmet Ungan, ist Soziologe, Musiker, Dozent und Vorstandsvorsitzender der Orientalischen Musikakademie Mannheim e.V.. Seit fast 30 Jahren arbeitet er mit sozial benachteiligten Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund, bei der die integrierende Kraft der Musik eine bedeutende Rolle spielt. Als Mitglied von The Foundation International Sufi Centre 1923 ist er Lehrbeauftragter der Goethe Universität Frankfurt für islamisch-mystische Musik und Mitbegründer der Sufigemeinschaft Gayanshala e.V..