Die verwandelnde Kraft klösterlicher Lebensformen für die Menschen unserer Zeit

Gesprächsabend im Weltkloster

Gerade im monastisch geprägten Umfeld vieler Religionen entwickelten sich Strukturen, welche unabhängig von den jeweiligen Dogmen dazu dienten, den Einzelnen in einen bewussteren Umgang mit dem eigenen Wesen und seiner Mitwelt zu führen. Hierbei spielte die Schulung der Achtsamkeit von jeher eine entscheidende Rolle.

In einer Diskussion mit Lharampa Tenzin Kalden Dahortsang aus dem tibetischen Kloster Sera-Je in Südindien und Bruder Josef Götz OSB aus der benediktinischen Erzabtei St. Ottilien wollen wir der Frage nachgehen, inwieweit gerade eine im klösterlichen Bereich gepflegte, spirituelle und achtsame Lebensweise dem Menschen hilft, sich innerlich zu entwickeln. In welcher Form wird dies in den jeweiligen monastischen Traditionen gelebt und kultiviert? Ferner möchten wir erörtern, wie im Alltag dieser besondere Ansatz der Innerlichkeit gepflegt und somit auch für Laien praktizierbar gemacht werden kann.

Die beiden Mönche werden auch das Friedensgebet am Montag, den 13. September, im Raum der Stille mitgestalten.

Tenzin Kalden Dahortsang

Tenzin Kalden Dahortsang

Tenzin Kalden Dahortsang wurde 1972 in Lhasa in Tibet geboren und besuchte dort zunächst eine chinesische Schule. Im Alter von elf Jahren ging er mit seiner Familie in die Schweiz, wo er von Geshe Rabten zum Novizen geweiht wurde. In den folgenden zehn Jahren erhielt er neben der westlichen Schul- auch eine Dharma-Ausbildung. Seit seinem 15. Lebensjahr übersetzt er tibetisch-buddhistische Schriften ins Deutsche.

1993 trat er in die südindische Klosteruniversität Sera-Je ein, wo er ein Geshe-Studium in den fünf Fakultäten Pramana (Logik), Prajanapramite (Stufenweg zur Erleuchtung), Madhyamika (Philosophie der Mitte), Vinaya (Kloster- und Mönchsdisziplin) sowie Abhidharma (Phänomenologie) absolvierte. Danach trat er in die Lharampa-Klasse ein, was etwa dem Ph.D. entspricht. Seit 2007 studiert er in Sera bei Lharampa Geshe Ngawang Sangye den Text „Stufenweg des Tantra“ und unterrichtet westliche Schüler in buddhistischer Philosophie. Vor zwei Jahren begann er, Retreats durchzuführen, nachdem er dazu Einweihungen von seinem ehrwüdigen Meister Geshe Ugent Tseten Rinpoche und Geshe Lobsang Palden erhielt, dem jetzigen Abt des Sera-Je Klosters.

Bruder Josef Götz

Bruder Josef Götz

Bruder Josef Götz (OSB) studierte Luft- und Raumfahrttechnik in Stuttgart, nach seinem Eintritt in St. Ottilien Mathematik und Physik in München. Seit 1986 unterrichtet er diese beiden Fächer am Gymnasium in St. Ottilien.

1983 nahm er am ersten Austausch zwischen Zen-Mönchen und Benediktinern in Japan teil. Bruder Josef organisierte in Folge mehrere Aufenthalte von Zen-Mönchen in St. Ottilien und unternahm Gegenbesuche. Von 1987 bis 1995 war er Sekretär der Benediktinischen Kommission MID (Monastischer Interreligiöser Dialog) für die Klöster im deutschsprachigen Raum. 1992 nahm er am 4. Internationalen Kongress für buddhistisch-christlichen Dialog in Boston teil. Von 1992 bis 1997 studierte Bruder Josef Katholische Theologie an der Universität Strasbourg. Zum interreligiösen Dialog hält er Vorträge und Seminare und publiziert Beiträge. Von 1995 bis 2004 war er Mitglied des Vorstandes des Instituts für Missionstheologische Grundlagenforschung, 1997 bis 2005 Sekretär des Europäischen Netzwerkes für buddhistisch-christliche Studien. Im Jahre 2003 wurde er in die Bischöfliche Kommission für den Interreligiösen Dialog in der Diözese Augsburg berufen.

Seit 1998 ist er zweiter Konrektor des Gymnasiums in St. Ottilien. Im Jahre 2003 wurde er in den Vorstand des überregionalen Schulträgers „Schulwerk der Diözese Augsburg“ gewählt und 2005 in die internationale Benediktinische Schulkommission (International Conference on Benedictine Education) berufen. Seit Oktober 2006 ist er Leiter der Verwaltung der Erzabtei St. Ottilien.

Ort

Weltkloster, Obertorstraße 10, Radolfzell.
Wegbeschreibung und Karte

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine Anmeldung über das Weltkloster-Büro.

Kosten

Der Eintritt ist frei, Spenden gerne willkommen.